
Die Ursprünge der Blasmusik in Weisenbach liegen im späten 19. Jahrhundert. Bereits um die Jahre 1884/85 schlossen sich zunächst sechs bis sieben Musiker zusammen, um ihrer Begeisterung gemeinsam nachzugehen. Mit der Zeit stieg die Zahl der Musiker an, woraufhin der Postbeamte Traub aus Gernsbach als musikalischer Leiter und Mentor gewonnen werden konnte. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang, dass die Musiker die Mittel zur Finanzierung des Dirigenten und zur Anschaffung und Wartung von Musikinstrumenten selbst aufbringen mussten.
Mit dem ersten Weltkrieg kam es zwangsläufig zur Auflösung der Kapelle. Doch schon im Jahre 1919 fanden die Musiker wieder zusammen und in den folgenden Jahren wuchs die Anzahl der Musiker mehr und mehr an. Dies war schließlich auch Anlass zur Gründung des Musikvereins Weisenbach am 15. Juni 1924.
Der Gründungsvorstand setzte sich damals wie folgt zusammen:
| I. Vorstand | - | Ignaz Krieg |
| II. Vorstand | - | Gallus Gerstner |
| Schriftführer | - | Nikolaus Krieg |
| Kassier | - | August Merkel |
Mittels der finanziellen Unterstützung passiver Mitglieder konnte Dirigent Stoll im Jahre 1925 als erster musikalischer Leiter des neugegründeten Vereins gewonnen werden. Bereits 1927 kam es zum ersten Dirigentenwechsel. Als Nachfolger des bisherigen Dirigenten übernahm Musikmeister Hauser den Taktstock.
Die 1929 einsetzende Weltwirtschaftskrise und die damit verbundenen sozialen wie auch politischen Probleme (Arbeitslosigkeit, Armut, Radikalisierung der Politik) gingen nicht spurlos am Weisenbacher Vereinsleben vorbei. So hatte der Verein zu dieser Zeit mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen, die ihn ernsthaft in seiner Existenz bedrohten.

Der Musikverein Weisenbach in den 30er Jahren.
Durch die Übernahme des Vereins in die Freiwillige Feuerwehr konnte die Situation jedoch erheblich verbessert werden. 1932 übernahm Dirigent Dressler die Leitung und konnte das musikalische Niveau der Kapelle beachtlich anheben. Bereits vier Jahre später kam es zu einem erneuten Dirigentenwechsel - der Taktstock wurde an den Weisenbacher Josef Schmitt übergeben.
Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die Entwicklung der Kapelle jäh unterbrochen. Die meisten Mitglieder wurden zum Wehrdienst eingezogen und die Kapelle hatte den Verlust von elf aktiven Musikern zu beklagen. Auch die Folgen der Besatzung bekam der Verein zu spüren - so fielen das Notenmaterial und einige Musikinstrumente in die Hände der Besatzungstruppen.

Originaltext aus dem Schriftführerbuch des Musikvereins Weisenbach, geschrieben
von Anton Miles im Jahr 1946.
Beeinflusst durch die Kriegsjahre sind die vorher bestehenden Vereine alle der Auflösung und des Aufhörens der Vereinstätigkeit preisgegeben gewesen. Alles war wie tot. Die wenigen in der Heimat verbliebenen Gemeindeeinwohner konnten die Vereinstätigkeit nicht aufrechterhalten. So mußte auch der Musikverein, der im Jahr 1927/28 in die Freiwillige Feuerwehr übernommen wurde, seine Tätigkeit in dieser Organisation in den letzten Kriegsjahren mangels Vorhandensein an Kräften aufgeben. Im Jahr 1946 als mit der Heimkehr von Kriegsgefangenen die männliche Bevölkerung in der Gemeinde zunahm, haben sich auch einige frühere Musiker zusammengefunden und machten zusammen Musik. Dieser Zustand dauerte etwa von März Juli 1946 an. Die männliche Bevölkerung wuchs zusehends an und diese paar Musikfreunde haben den Entschluss gefasst, unabhängig von der früheren Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr, einen Musikverein zu gründen. Der Urheber dieses Gedankens war Maurermeister Robert Schmitt. Zum 28. Juli 1946 lud er die gesamte männliche Einwohnerschaft von Weisenbach zur Gründungsversammlung ins Vereinshaus ein. Erschienen waren hierzu lt. Anwesenheitsliste 74 Personen. Etwa 40 Anwesende erklärten sich bereit, dem Verein beizutreten. Aus diesen 40 Mitgliedern wurde nun die Vorstandschaft in geheimem Wahlgang gebildet.
Gewählt wurden:
| 1. Vorstand | - | Robert Schmitt |
| 2. Vorstand | - | Otto Seidt |
| Schriftführer | - | Anton Miles |
| Kassier | - | Josef Hurle |
| 1. Beisitzer | - | Valentin Großmann, Bürgermeister |
| 2. Beisitzer | - | Franz Karl Großmann, Zimmermeister |
Am 28. Dezember 1947 fand die erste Weihnachtsfeier statt, die zusammen mit dem Sportverein abgehalten wurde. Nach einem abwechslungsreichen Programm hat sich ein schon 2 Tage lang andauernder Regen zu einem Wolkenbruch ergossen, der die Murg zu einem Hochwasserfluss anschwellen ließ, wie es sich niemand denken konnte. Die Hauptstraße wurde überschwemmt und alle Bäche liefen über. Schwere Schäden entstanden dadurch.
Am 15. Februar 1948 wurde der bisherige Schriftführer Anton Miles zum 1. Vorstand gewählt. Diese Position behielt er bis 1983 also 35 Jahre! Außerdem war er gleichzeitig noch bis 1953 Schriftführer.
Aufgrund des schlechten Probenbesuchs in den Monaten August und September 1948 verfasste der Vorstand ein Schriftstück, in dem er die Musiker aufforderte, die wöchentliche Übungsstunde zu besuchen. Die Musiker nahmen von dem Schriftstück durch Unterschrift Kenntnis. Die Proben danach wurden vollzählig besucht.
Über den Zeitungsbericht zur gelungenen Weihnachtsfeier am 6. Januar 1952 war man überhaupt nicht zufrieden. Deshalb hat man sich zu einer Stellungnahme gegenüber dem hiesigen Berichterstatter entschlossen. Diese Maßnahme hat zu dem Ergebnis geführt, dass der Verlag in Rastatt sich entschuldigte. Es wurde zugesichert, dass der Musikverein in Zukunft mit besseren Berichten entschädigt werden soll.
Am 7. September 1952 fand ein Wertungsspielen in Rastatt statt, bei dem der Musikverein in der Mittelstufe vertreten war. Die Wochen davor standen im Zeichen dieses Wertungsspielen und viele Proben wurden durchgeführt, um das gewählte Stück "Fantasie aus Verdi´s Opern" gut darbieten zu können. Dafür wurde am Sonntag davor extra Stabsmusikmeister a.D. Arthur Ellbogen geholt, um dem Stück den letzten Schliff zu geben. Das Ergebnis des Wertungsspielens war alles andere als erfreulich. Zwar dachten die Musiker, dass das Musikstück gut dargeboten wurde, jedoch war die Jury einer anderen Meinung. Drei Wochen nach diesem ernüchternden Ergebnis kam die nächste negative Überraschung in Form einer ausführlichen Kritik des Wertungsgerichts. Die Ausführungen enthielten ein niederschmetterndes Urteil für unsere Kapelle. Das Wertungsstück wurde als zu schwer für uns verworfen. Weiterhin wurden diese und jene Besetzung gerügt und zum Schluß als Mahnwort gegeben, dass die Kapelle mit Tonleiterübungen und Chorälen die Proben beginnen und beenden soll. Wenn man diesem Schreiben tiefer in das Herz sah, kam man zu der Überzeugung, dass unsere Kapelle von Grund auf wieder anfangen mußte. Bei der nächsten Musikprobe führte das Kritikschreiben zu einer heftigen Debatte zwischen Musikern und Dirigent. Nachdem sich alle ausgesprochen hatten beruhigte man sich wieder und wollte versuchen die empfohlenen Anweisungen zu beachten. In einer Vorstandssitzung im Oktober diesen Jahres kam man dazu überein, einen neuen Dirigenten zu suchen. Es wurde Arthur Ellbogen aus Baden-Baden vorgeschlagen, mit dem man dann sehr vertraulich Gespräche über eine Zusammenarbeit führte. In einer weiteren Sitzung im November beschloss man, dass Ellbogen für einige Monate die Kapelle gut schulen sollte um danach mit dem alten Dirigenten Schmitt weiter zu arbeiten. Jedoch kam es anders: Josef Schmitt gab von sich aus das Dirigentenamt auf. Glücklicherweise hatte kurz zuvor Arthur Ellbogen seine Zusage gegeben ab Januar 1953 die Proben durchzuführen auch nach diesen ursprünglich beschlossenen "einigen Monaten", womit alle beteiligten sehr zufrieden waren.
Am 17. Juni 1954 verschönerte die Musikkapelle eine kleine Gedächtnisfeier anlässlich des ein Jahr zuvor (17. und 18. Juni 1953) in Berlin und in der Ostzone stattgefundenen Aufstands. Ein großes Mahnfeuer wurde dafür auf dem Wingertbuckel entzündet.

Der Musikverein beim historischen Festzug in Rastatt am 25.09.1955
Beim großen historischen Festzug am 25. September 1955 in Rastatt spielte uns die Stadtkapelle Kuppenheim einen Streich. Jede Kapelle wurde dort mit einer historischen Uniform eingekleidet. Die Kuppenheimer jedoch gaben sich als Weisenbacher aus, um die uns zugedachten schmuckeren Uniformen in ihren Besitz zu nehmen. Trotzdem war der Umzug ein toller Erfolg.
Ein peinliches Missgeschick entstand am 5. August 1957 als der Musikverein die Turner des TV Weisenbach am Bahnhof empfangen wollte, die am Landesturnfest in Mannheim teilnahmen. Bei der Einfahrt des verabredeten Zuges intonierte die Kapelle den Turnermarsch. Zum Entsetzen aller entstieg dem Zug überhaupt kein Turner, und die ganze Zeremonie mußte beim Eintreffen des nächsten Zuges wiederholt werden.

Der Musikverein empfängt die Turner des TV Weisenbach am Bahnhof.
Bei der Generalversammlung am 9. März 1958 ergriff Dirigent Ellbogen zum letzten mal das Wort. Durch gewisse Spannungen zwischen ihm und den Musikern und nach Gesprächen mit dem Vorstand sahen die Beteiligten keine andere Möglichkeit mehr, als das Verhältnis zu Weisenbach zu lösen. Nach einer Abstimmung in der nächsten Musikerversammlung am 14. März, bei der sich die Mehrzahl der Musiker gegen den Dirigenten entschied, wurde begonnen, einen neuen zu suchen. Bereits kurze Zeit später nahm Vorstand Miles Verbindung mit unserem neuen Dirigenten Michel vom Südwestfunk Baden-Baden auf. Dieser erklärte sich auch bereit unsere Kapelle zu übernehmen.
Am 4. Dezember 1970 gab es eine Abstimmung über den Verbleib des Dirigenten Michel in Weisenbach. In der Zeit davor hatte es einen Vertrauensschwund zwischen den Musikern und dem Dirigenten gegeben. Die Mehrheit der Musiker war gegen die weitere Verpflichtung Michels. Deshalb war man gezwungen einen neuen Dirigenten zu suchen. Nach kurzen Gastspielen von verschiedenen Dirigenten war man im September 1971 endlich in der Lage jemanden fest zu verpflichten. Hugo Braun übernahm mit sofortiger Wirkung das ausstehende Amt.
Die meisten Zuschauer bis heute hatte der Musikverein Weisenbach am 31. März 1973 als die Musikkapelle und der Verkehrsausschuss Weisenbach unter dem Motto Werbung nach Duisburg fuhren. 33000 Besucher kamen in das Duisburger Stadion um die Kapelle zu hören und danach auch noch das Fußballspiel MSV Duisburg gegen Bayern München zu sehen. Es gab ein klasse Spiel zu sehen, das Duisburg verdient mit 2:0 gewann. Beim späteren Deutschen Meister Bayern München waren so bekannte Spieler wie Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Uli Hoeneß und der spätere Torschützenkönig Gerd Müller dabei.
Im Jahr 1974 wurde das 50jährige Jubiläum des Musikvereins gefeiert. Anlässlich dieses Ereignisses wurden bei einem Festabend verdiente Mitglieder des Vereins geehrt. Außerdem fand ein Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Mitglieder statt. An zwei weiteren Festtagen spielten der Musikverein und viele weitere Kapellen aus der näheren und weiteren Umgebung im Festzelt und bei einem Umzug durch die Straßen.

Das Bild zeigt die Musikkapelle beim 50jährigen Jubiläum.
Nach 10 Jahren guter Zusammenarbeit kündigte Hugo Braun am 22. September 1981 fristlos den Dirigentenposten beim Musikverein. Gesundheitliche Gründe und Zeitnot nannte er in einem Schreiben als Ursache zur Beendigung des Verhältnisses. Jedoch konnte der Vorstand diese Ursache nicht vollständig akzeptieren. Bei einem persönlichen Gespräch kamen die wahren Gründe allerdings auch nicht zum Vorschein. Das Problem dieser Kündigung lag besonders darin, dass sie so kurzfristig verwirklicht wurde und für das Kirchenkonzert am 25. Oktober eine Aushilfe engagiert werden mußte. Diese wurde mit Rudi Heidler auch gefunden. In der folgenden Zeit arbeiteten zwei Dirigenten jeweils für einige Monate mit dem Verein zusammen. Da aber die Musiker unzufrieden mit der Probearbeit waren, wurden die Verhältnisse schnell wieder gelöst. Am 26. Dezember 1982 half Rudi Heidler wieder aus und zwar bei der öffentlichen Weihnachtsfeier.
Am 12. Januar 1983 übernahm endlich wieder jemand für längere Zeit das Dirigentenamt. Auf Empfehlung von Herrn Heidler war dies Georg Ottlakan, der erst kurz zuvor aus Ungarn nach Baden kam.
Die 80er Jahre beginnen im Weisenbacher Musikverein mit einem großen Wechsel: 1983 gab Anton Miles das Amt des ersten Vorsitzenden auf und übergab Anton Großmann den Vorsitz, und im selben Jahr schwingt auch ein neuer Mann zum ersten Mal den Taktstock in Weisenbach: der junge Ungar Georg Ottlakan. Gleichzeitig löst Ferdinand Großmann den langjährigen Vizedirigenten Willibald Krieg ab.
Für das Weisenbacher Publikum bedeutet der Wechsel am Dirigentenpult die Erfahrung eines neuen Stils der Blasmusik. Während unter Hugo Braun die Kapelle für ihre Unterhaltungsmusik bekannt war, legt Ottlakan seinen Schwerpunkt auf konzertante Musik, an die er die Kapelle mehr und mehr heranführte. Dieser Stil war auch schon beim 60jährigen Jubiläum des Musikvereins 1984 zu hören.
Höhepunkte im Weisenbacher Dorf- und Vereinsgeschehen waren Mitte der 80er Jare das Bahnhofsfest (1985), bei dem die Big Band des Musikvereins zum letzten Mal für lange Zeit auftrat, sowie die 650-Jahrfeier mit Straßenfest (1986). Zu beklagen hatte die Gemeinde 1985 den Tod ihres Pfarrers Blum.
Die Weichen für die Zukunft der Kapelle stellte der Verein, als er 1985 erstmals fünf Zöglinge von der Musikschule Murgtal ausbilden läßt. Die Kosten dieser Ausbildung teilen sich die Eltern der Zöglinge sowie der Musikverein. Seither stellt der Posten "Jugendausbildung" die größte Aufwandsposition in der Rechnungslegung des Vereins dar.

Der Musikverein 1986 anlässlich der Weisenbacher 650-Jahrfeier.
Auch die Emanzipation hält 1987 Einzug in den Musikverein, als die Vorstandschaft in einer Sitzung zum ersten Mal die Ausbildung von Mädchen in Betracht zieht. Als erstes Mädchen nutzte Melanie Göring diese Möglichkeit und ließ sich auf der Flöte ausbilden.
1987 präsentierte die Musikkapelle dem Publikum eine weitere konzertante Facette der Blasmusik, als sie gemeinsam mit dem Weisenbacher Kirchenchor anlässlich der 500-Jahrfeier der Weisenbacher Kirchengemeinde ein Kirchenkonzert veranstaltet.
Einen Auftritt der besonderen Art durfte die Kapelle 1988 absolvieren, als man zum Gegenbesuch von der Kapelle aus Trier-Tarforst eingeladen wurde. Die 74 Weisenbacher, die mit dem Doppeldecker an die Mosel fuhren, konnten sich außer über den umjubelten Auftritt auch noch über eine Führung durch die alte Römerstadt freuen.
Das Jubiläumsjahr 1989 begann mit einem Schock, als Dirigent Georg Ottlakan im März kündigt. Der Stimmung beim Zeltfest im Sommer 1989 tat dies jedoch keinen Abbruch. Als ein Höhepunkt des Festes kann die Gemeinschaftsproduktion von Musik- und Gesangsverein bezeichnet werden, die den "Jägerchor" aus der Operette "Der Freischütz" vortrugen. Die restlichen Auftritte in diesem Jahr wurden unter der Regie des Vizedirigenten Ferdinand Großmann bestritten.
Nachdem die Kapelle fast ein Jahr ohne etatmäßigen Dirigenten auskommen musste, war die Freude um so größer, als man sich im Juni 1990 mit Ottlakan auf einen neuen Vertrag einigen konnte.
Um die Zukunft und die Qualität der Kapelle zu sichern, wurde im November 1991 erstmals eine Jugendwerbeaktion in der Grund- und Hauptschule durch den Musikverein durchgeführt, bei der sich die Schüler der Klassen 3 - 6 über die Kapelle und alle Instrumente informieren konnten.
Es hat in Weisenbach Tradition, dass Musik- und Gesangverein abwechselnd am Totensonntag auf dem Friedhof zu Ehren der gefallenen Soldaten spielen bzw. Singen. So war es am Totensonntag 1992 für die Musiker ein besonderer Auftritt, als man nicht wie gewohnt in Weisenbach, sondern bei strömendem Regen auf dem Soldatenfriedhof im französischen Andilly spielte.
Ein außergewöhnliches Konzert wurde 1993 veranstaltet. Waren die Zuhörer bisher immer gewohnt, beim Frühjahrskonzert Titel zu hören, welche die Kapelle und ihr Dirigent für sie zusammenstellten, so wurden sie in diesem Jahr aktiv an der Auswahl der Musikstücke beteiligt. Es wurde ein Wunschkonzert geboten, in dessen Vorfeld eine groß angelegte Fragebogenaktion stattfand.
Was das Weisenbacher Dorfgeschehen betrifft, erfreuten sich Straßenfeste immer größerer Beliebtheit: 1992 fand aus Anlass der Einweihung der frisch gestalteten Gaisbachstraße das erste Weisenbacher Straßenfest statt, und gleich ein Jahr darauf folgte das zweite. Dieses nutzte auch Gerhard Feist als Gelegenheit, sich von den Weisenbacher Bürgern als ihr Bürgermeister zu verabschieden. Als sein Nachfolger wurde im November 1993 Toni Huber gewählt.
Das Jubiläumsfest 1994 zum 70jährigen Bestehen des Musikvereins hatte, was den Ort des Zeltfestes betrifft, Einmaligkeitscharakter. Da der reguläre Festplatz am Sennel wegen beginnender Bauarbeiten nicht genutzt werden konnte, wurde auf den (damals noch unbebauten) Zimmerplatz ausgewichen.
Seit September 1996 braucht kein Verein mehr einen Ausweichplatz zu suchen: Mit einem großen Fest feierte die Gemeinde vier Tage lang die Einweihung des neu angelegten Sport- und Festplatzgeländes.
Und noch ein Straßenfest wurde in der 90er Jahren in Weisenbach gefeiert: Im Juli 1998 fand bei schönstem Wetter mit dem dritten Weisenbacher Straßenfest das erste im Ortsteil Au statt.
Im selben Jahr richtete der Musikverein die öffentliche Weihnachtsfeier aus, die durch die Kapelle mit einem kleinen Konzert eröffnet wurde. Für Georg Ottlakan war dies der Abschied vom Weisenbacher Publikum. Er hatte wenige Wochen zuvor seinen Rücktritt nach 15 Jahren als Dirigent der Kapelle verkündet. Als am 14.01.99 die wöchentlichen Proben nach der Weihnachtspause wieder beginnen, schwingt mit Tobias Merkel der Bezirksdirigent den Taktstock. Mit ihm konnte ein ebenso erfahrener wie auch beliebter Dirigent für das Festkonzert am 08.05.99 sowie für das große Jubiläumsfest vom 18.06.99 - 21.06.99 gewonnen werden. Und er wird ebenfalls am Dirigentenpult stehen, wenn zum Festausklang am 21.06.99 ein Relikt vergangener Zeiten noch einmal wiederbelebt wird: die Big Band des nun 75 Jahre alten Musikvereins Weisenbach.

Das Festkonzert 1999
Nach dem gelungenen Festkonzert konnte der Musikverein Weisenbach längerfristig mit Hans Bogner aus Weisenbach einen Dirigenten verpflichten. Für den Dirigenten des Handharmonikaspielrings war dies die erste Dirigentenstelle bei einem Musikverein. Unter Hans Bogner entwickelte sich die Kapelle stets weiter.
Als sehr überzeugender Auftritt kann das Bezirkskonzert im Jahr 2003 in Gernsbach gesehen werden bei dem der Musikverin einen seiner besten Auftritte absolvierte.
Im Jahr 2001 kam es zu einem Wechsel an der Vereinsspitze. Nach 25 Jahren löst Johannes Hürst Anton Großmann als 1. Vorstand ab. Anton Großmann blieb der Verwaltung als Beisitzer erhalten.
Im Jahr 2005 beendete Hans Bogner sein Egagement beim Musikverein. Das geplante Konzert musste leider ausfallen und die Suche nach einem neuen Dirigenten musste aufgenommen werden.
Noch im selben Jahr konnte mit Peter Vamosi, wie Georg Ottlakan ein Ungar, ein neuer Dirigent gewonnen werden.
2007 übernahm mit Helmut Bohn zum ersten mal in der Geschichte des Vereins ein "Nichtmusiker" das Amt des ersten Vorsitzenden und folgte auf Johannes Hürst, der das Amt aus persönliche Gründen niederlegte. Die vergangenen Jahre waren geprägt von einer stetigen Verkleinerung des Orchesters. Vielfältige Abgänge und fehlender Nachwuchs ließ die Kapelle auf unter 30 Aktive schrumpfen. Die finanzielle Situation des Vereins war geprägt von kontinuierlichen Ausgabenüberschüssen und einer sich stetig verkleinernden finanziellen Rücklage.
Die Gesamtvorstandschaft handelte in dem sie der Jugendarbeit deutlich mehr Priorität zukommen ließ und sich im Verein ein Jugendgremium etablierte, das ab dem Jahr 2008 durch vielfältige Maßnahmen Jugendwerbung betrieb und die Jugendlichen im Verein intensiv betreute. Jugendvorspiel, Elteninformationstage, Musikinstrumenten-ausstellungen für Jugendliche sowie Ausflüge und andere Unternehmungen wurden geplant und durchgeführt. Damit die Jugendlichen schon während der Ausbildung Spaß und Freude beim gemeinsamen musizieren erleben schloss sich der Musikverein der Kooperation der Kapellen von Au und Langenbrand mit der gemeinsamen Jugendkapelle, den LA Youngsters an.
Ab dem Jahr 2008 veranstalteten die Aktiven zusätzlich zum inzwischen traditionellen Belzerhock einen „Musikerhock zum Ferienabschluss“ im Schulhof bei der Festhalle. Ein Höhepunkt dabei war der Gegenbesuch der Feuerwehrkapelle aus Pfohren. Dieser Kontakt war durch die Primiz unseres Aktiven Markus Miles im Vorjahr zu Stande gekommen.
Ein besonderes Frühlingskonzert gestaltete die Kapelle 2009. Gemeinsam mit den Musikern der „Koniglikje Harmonie Pieter Aafjes“ aus Culemborg in den Niederlanden wurde den Zuhörern ein einmaliges Klangerlebnis geboten, bei dem zum Abschluss beide Kapellen mit ca. 85 Musikern ihr Können unter Beweis stellten.

Stehend Ovationen eines begeisterten Publikums beim Frühlingskonzert 2009
Einer Jahrzehntelangen Tradition folgend gestaltet der Musikverein im Wechsel mit den kulturellen Vereinen von Weisenbach die örtliche Weihnachtsfeier. Seit Jahren bewährt sich dabei die Theatergruppe des Musikvereins um Johannes Hürst. Im Dezember 2009 brillierte das Team mit dem Stück „Hubertus und Madame Fifi“ und bereitete der Weisenbacher Bevölkerung einen vergnüglichen Auftakt der Vorweihnachtszeit.
Schlechte Nachrichten für einen Verein besagte die demographische Entwicklung der Weisenbacher Einwohnerzahl. Sanken doch die Geburten in diesem Jahr erstmals auf unter 10 ab. Grund genug für die Vorstandschaft neue Initiativen in der Aktivenwerbung zu ergreifen. Gemeinsam mit dem Jugendausschuss wurde erstmals eine Jugendwerbung im Kindergarten „St. Christopherus“ durchgeführt und zum ersten Mal begleitete die Musikkapelle die Kindergartenkinder beim Martinsumzug durch die Straßen von Weisenbach.
Wird fortgeführt ...